rdds dashboard icon
Kanzlei DR. SCHROEDER

Dürener Str. 270

50935 Köln

 

Telefon: +49 (0)221 430 82 924

Telefax: +49 (0)221 430 82 949

 

E-Mail: kanzlei@rdds.eu

Internet: www.rdds.eu

Recht Aktuell im Newsfeed
 

rdds-spezial: Begräbnisstätte Kolumbarium

rdds-spezial: Begräbnisstätte Kolumbarium

Kolumbarien als Begräbnisstätten sind nichts Neues. Der Begriff Kolumbarium kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Taubenschlag. Schon altrömische Grabkammern, die über reihenweise übereinander angebrachte Nischen zur Aufnahme von Urnen nach Feuerbestattungen verfügten, wurden wegen ihrer optischen Ähnlichkeit mit Taubenschlägen als Kolumbarien bezeichnet. In anderen Ländern sind Kolumbarien seit jeher gängige Begräbnisstätten. Auch in Deutschland gibt es schon lange Kolumbarien.

Die ersten Kolumbarien wurden um 1880 errichtet, kurz nach der Einführung von Feuerbestattungen. Gleichwohl waren sie in Deutschland bisher nicht so verbreitet wie in anderen Ländern. Nach heutigem Verständnis ist ein Kolumbarium ein Bauwerk oder Gewölbe, in dem vor allem Urnen nach der Feuerbestattung aufbewahrt werden.

In Deutschland erfreuen sich Kolumbarien zunehmender Beliebtheit und liegen offenbar ganz im Trend der Zeit. Die Zahl der Urnenbestattungen steigt stetig, Bestattungen und Grabpflege sollen nach dem Willen vieler Menschen kostengünstig sein. Hier kann sich ein Begräbnis in einem Kolumbarium anbieten. Im Gegensatz zu einer anonymen Bestattung erfolgt ein Begräbnis in einem Kolumbarium nicht anonym, sondern personenbezogen. Die Hinterbliebenen haben daher die Möglichkeit, die Grabstätte zu besuchen und dort des Verstorbenen zu gedenken. Das Begräbnis im Kolumbarium erspart den Hinterbliebenen aber gleichzeitig eine unter Umständen aufwendige und teure Grabpflege.

Nicht nur die großen Kirchen, sondern auch andere als öffentlich-rechtliche Körperschaften anerkannte Religionsgemeinschaften (z.B. die Alt-Katholiken) haben diesen Trend der Zeit erkannt und entschließen sich immer wieder dazu, nicht mehr benötigte Kirchengebäude in Kolumbarien umzuwandeln.

Als Friedhofsträger im Sinne des Landesbestattungsrechts haben die eben genannten Akteure die Möglichkeit, in einem geeigneten Gebäude (wie z.B. in einer Kirche) ein Kolumbarium einzurichten und zu betreiben. Dieselbe Möglichkeit haben übrigens auch Gemeinden, da auch sie Friedhofsträger im Sinne des Landesbestattungsrechts sind.

Seit wenigen Jahren gibt es auch private Kolumbarien. Hinter den privaten Kolumbarien stehen kirchliche Träger, die ihre Hoheitsrechte zum Betrieb eines Kolumbariums an einen privaten Betreiber (z.B. ein Bestattungsunternehmen) übertragen haben.

Rein rechtlich betrachtet, kann es auch möglich sein, ein Kolumbarium rein privat, also ohne einen kirchlichen oder gemeindlichen Träger, zu betreiben. Soweit Landesbestattungsgesetze (z.B. das Bestattungsgesetz NRW) keinen Zeitraum festlegen, innerhalb dessen eine eingeäscherte Leiche beigesetzt werden muss, kann diese Zeit für den rein privaten Betrieb eines Kolumbariums genutzt werden, sofern der Betrieb mit baurechtlichen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften vereinbar ist. Der Betrieb des rein privaten Kolumbariums dient dann dem Zweck, Urnen für eine vertraglich festgelegte Zeit aufzubewahren, bevor die Urnen endgültig beigesetzt werden. Eine Pflicht zur endgültigen Beisetzung von Urnen ergibt sich aus der Bestattungspflicht, die in allen Landesbestattungsgesetzen festgelegt ist.

Bei Bedarf steht Ihnen Frau Dr. Schroeder rund um das Thema Kolumbarium als Begräbnisstätte gerne zur Verfügung.